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Vielfalt lohnt sich – Übungsstunden gestalten durch situatives Handeln

Vielfalt ist eine wahre Win-Win-Situation, denn sie bringt immer wieder Neues zum Vorschein und erfordert einen flexiblen Umgang mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und Bedürfnissen deiner Lerngruppe. Mit etwas Erfahrung kannst du bald in jeder Situation eine erfolgreiche Probe gestalten.

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Sebastian Tusch-Scholz

Sebastian Scholz ist ein Pädagoge auf Lebenszeit. Er ist seit seinem 11. Lebensjahr...
PÄDAGOGE | SNARE

Was bedeutet heterogen?

Gruppen werden als heterogen bezeichnet, wenn sie grundverschieden zusammengesetzt sind. Die Vielfalt kennzeichnet sich bei Menschen durch verschiedene soziale und kulturelle Hintergründe, Wissen, Erfahrungen, Begabungen, Interessen, Einstellungen, Motivationen und vielem mehr. All das spielt immer wieder eine Rolle, wenn Gruppen in Kontakt treten.

Schon allein, weil der Wissensstand, der Charakter und die Tagesform der Kinder und Jugendlichen verschieden sind, hast du es in den Proben für gewöhnlich mit heterogenen Gruppen zu tun. Offenheit, Flexibilität und Lernbereitschaft sind entscheidend, um das Zusammenleben und die Zusammenarbeit in unserer vielfältigen Welt zu gestalten.

„Ausbilder müssen sich bewusst sein, dass die Gruppe so verschieden ist, dass sie sich vorher keinen festen Plan machen können.“

Kein Plan!? Wie gestaltet man die Probe mit heterogenen Gruppen? 

Mach der Gruppe vor dir klar, was sie von dir als Ausbilderin oder Ausbilder erwarten kann aber auch was du von jedem Einzelnen erwartest. Lernziele zu vereinbaren ist wichtig, den Weg dorthin solltest du aber nicht von vornherein festlegen. Hier kommt es vielmehr darauf an, die individuellen Lernvoraussetzungen, Lerntypen und Begabungen herauszufinden um den passenden Weg zu gestalten. Dafür musst du etwas Erfahrungen sammeln – je mehr Situationen du in den Proben erlebst, desto flexibler kannst du dich auch auf neue Bedingungen einstellen.

Mal hilft bei aufkommender Konzentrationsschwäche nach einem langen Schultag eine zusätzliche Pause um anschließend mit neuer Kraft die Lernziele zu verfolgen. Manchmal bedarf es nur einen kleinen Motivationsschub durch ein ernst gemeintes Lob oder zur Auflockerung ein kleines Spiel zwischendurch. Ist ein Kind mit den Gedanken bei einem persönlichen Problem, kann eventuell dein vertrauensvoller Rat aufmuntern und zu neuer Energie verhelfen. In dem Fall bringt es ohnehin keinen Erfolg, deinen Plan schnurstracks durchzuziehen.

Deine Trainerrolle erfordert also mehr als das bloße Planen einer Übungsstunde – du hast die wichtige Aufgabe, aufmerksam zuzuhören und je nach Situation angemessen zu handeln um ein lernförderliches Klima aufrecht zu erhalten. Das schaffst du, indem du dich als Bezugsperson für die Kinder und Jugendlichen interessierst und diese vor allem in Situationen kennenlernst, die von den eigentlichen Lernzielen und Plänen abweichen.

Genau das ist wertvoll im Umgang mit heterogenen Gruppen und genau das macht deine Aufgabe so spannend und lehrreich. Durch die Vielfalt erlebst du ständig neue Eindrücke, lernst diese zu verstehen und damit ganz verschiedene Herausforderungen im Leben zu bewältigen.

Probiere dich aus!
Bastis Tipps für die Übungsstunden im Vereinsalltag

  • Versuche einmal, die Probe so zu gestalten, dass ihr nach ca. 25 Minuten konzentriertem Lernen eine 5-minütige Pause einlegt.

  • Lass in kurzen Pausen Murmelrunden (Gesprächsrunden) zu und zeige auch Interesse an den Lieblingsthemen deiner Gruppe.

  • Bewegung (springen, aufstehen, klatschen etc.) ist immer gut zur Auflockerung zwischendurch.

Was denkst du?
Teile deine Gedanken und Erfahrungen zum Umgang mit heterogenen Gruppen.

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